Obduktion

Tina
Ich möchte gerne zu diesem doch eher "heiklen" Thema etwas schreiben.
Für alle ist es schlimm, einen geliebten Vogel zu verlieren.
Viele möchten ihm die letzte Ehre erweisen und ihn im heimischen Garten ein schönes Grab geben. Viele möchten gar nicht darüber nachdenken den geliebten Freund obduzieren zu lassen.
Aber dennochist es in vielen Fällen nötig, weil man ja doch noch anderen Vögel zu Hause hat, gesunde noch lebende Vögel denen man gegenüber auch in der Verantwortung steht und die auf uns angewiesen sind. Dem verstorbenen Vogel kann man eh nicht mehr helfen, wer an die Regenbogenbrücke glaubt, wird den kleinen in seinen Gedanken und im Herzen immer bei sich haben. Was da tatsächlich unter der Erde mit dem Körper passiert möchte ich auch nicht wirklich wissen...

Mir ist in der vergangenen Woche mein erst mein Teddy an Organversagen verstorben. Er war geröngt worden und seine Leber war ungewöhnlich stark vergrößert. Ich habe noch versucht ihm zu helfen, habe den Kampf aber leider verloren.
Drei Wochen zuvor war die Ankaufsuntersuchung noch ohne jeden Befund.
Als Teddy tot war, wurde Krümel auffällig. Auch bei ihm waren die Ankaufsuntersuchungen zwei mal ohne Befund. Die zweite noch 8 Tage zuvor.
Innerhalb dieser 8 Tage ist seine kleine Leber um ein vielfaches angeschwollen und mit den Vorkenntnissen von Teddy haben wir uns entschlossen ihn zu erlösen. Beide kamen vom selben..."'Vermehrer", beide hatten die selben "Krankheiten" beide waren noch jung. Da lag der Psittakoseverdacht natürlich sehr schnell auf der Hand schock schock schock
Aus Sorge um meinen Bestand habe ich ihn dortgelassen und ihn NICHT beerdigt.
Zwei Tage Angst mußte ich durchstehen, zwei Tage Hölle, jeden Vogel aufs genaueste beobachten, jeder schlafende Vogel war krank in meinen Augen. Ich war sogar so sehr in Sorge das ich einen Welli schon rausgefangen hatte nur weil der mal etwas länger geschlafen hatte schaemen
In Gedanken habe ich meinen Quarantäneraum schon vor mir gehabt, alle Vögel drin, die AV leer und zum desinfizieren die weißen Anzüge mit Masken auf der Nase, Leute informieren die einen Vogel von mir hatten oder von denen ich welche hatte......grausam sage ich Euch....
Inga und Michaela mußten sich echt was von mir anhören... schaemen
Hier an dieser Stelle noch mal ein dickes dankeschön fürs zuhören, aufbauen und immer da sein doppelknuddel
Gestern kam dann der Obduktionsbericht:
bei der Sektion Ihres o.g. Tieres wurden bei der pathologisch-anatomischen Untersuchung folgende Veränderungen festgestellt:
Die Leber war auf ein Merhfaches vergrößert und hell gefärbt. Milz und NIeren waren hochgradig geschwollen.
Die parasitologische Untersuchung verlief negativ, es konnten keine Parasieten oder ihre Vorstadien nachgewiesen werden.
Die bakteriologsiche Untersuchung verlief negativ, krankheitserregende Bakterien wurden nicht isoliert,
DIAGNOSE: Tumor von Leber, Milz und Nieren.
Bei diesem Befund handelt es sich um einen Einzelfall.Eine Behandlung Ihes Bestandes ist nicht erforderlich.

Mir vielen 1000 Steine vom Herzen wie ihr Euch vielleicht vorstellen könnt.
Hätte ich das nicht gemacht würde ich immernoch Angst haben und ständig in Sorge meinen Vögel beobachten. Das tue ich jetzt in der Gewißheit das sie nicht krank sind udn kann sie genießen.
michaela71
Es war ganz bestimmt nicht leicht für dich und trotzdem bist du den richtigen Weg gegangen doppelknuddel
Wir haben die Verantwortung für unsere Süssen übernommen das ist wirklich nicht immer schön !! Natürlich ist man total traurig wenn so etwas schreckliches passiert und irgendwann kommt dann die Angst um die anderen .... da ist es wirklich das beste wenn man sich zu diesem Schritt aufrafft !!
Ich kann mir vorstellen wie erleichtert du gewesen bist als das Ergebnis kam
Ich drück dich ganz doll du liebe doppelknuddel Und genieße deine super süsse Bande
Ruhrpottwellis
Tina, das war eine tolle Entscheidung von dir und Glück im Unglück, dass es "nur" Einzelfälle waren. Puh! Da hast du ja was mitgemacht.

Die Obduktion bringt dir die zwei zwar nicht zurück, aber wenigstens musst du um den Schwarm jetzt nicht mehr bangen... Finde ich gut, dass du das hier als Anregung schreibst. Das sollte man bei unklaren Krankheiten vielleicht wirklich machen, wenn man eine ganze Wellibande hat.

Ist so eine Untersuchung eigentlich sehr teuer?

Aber trotz der guten Nachricht ist es einfach so furchtbar, zwei so wunderschöne niedliche Wellis zu verlieren ... Konnte der Arzt denn sagen, wie es zu diesen heftigen Tumoren in dem jungen Alter kommen kann?

Ist es wirklch so, dass der Züchter sowas als Veranlagung im Schwarm haben kann, oder ist das reiner Zufall??
Tina
Also teuer ist ja immer relativ. Ich weiß das viele TÄ ein heiden Geld für Obduktionen verlangen, das geht an die 100€ weil sie den Vogel erst einschicken müssen und dies nicht selber tun können. Ich fahre ja immer in die Taubenklinik nach Essen Katernberg wo sollche Untersuchungen immer direkt vor Ort durchgeführt werden. Und da war es unter 30€ Es kommt natürlich auch immer daruf an wie weit untersucht werden muß.
Vor vier Jahren habe ich so krass wie es klingt aber einen toten Vogel auf dem Postweg dorthin verschickt weil ich nicht die Möglichkeit hatte direkt hinzufahren. Das kann auch jeder machen egal wo er wohnt was ich wiederum für einen Vorteil halte.
Dafür darf der Vogel nur nicht in Plastik eingewickelt sein, am besten in zeitungspapier.
Ich weiß es kling makaber aber was sein muß muß sein zum Wohle unserer Süßen
Ruhrpottwellis
Das stört den toten Welli nicht mehr keineahnung ich denke, die Todesursache zu wissen kann nur helfen.

Danke für deine Infos !! Ich hatte auch viel teurere Vorstellungen davon.
Aber die Taubenklink ist immer schon klasse gewesen und nimmt wirklich humane Preise!!
Rasselbande
Hallo,

ich kann Tina ebenfalls nur beipflichten. Mir ging es vor einem guten halben Jahr ähnlich. Mein Nymphensittich Putzi ist völlig überraschend gestorben. Keine Ahnung woran das gelegen haben könnte, nur auffällig, er hatte in der Zeit vor seinem Tod häufiger geschlafen. Hm, drei andere Piepse haben damals ebenfalls öfter den Schnabel im Gefieder gehabt. Haben die etwa das Gleiche - Paaaaaaanik.
Etwa eine Woche habe ich auf das Ergebnis der Obduktion gewartet und dabei vor Angst nachts bald nicht mehr schlafen können. Aber zum Glück keine bakterielle Infektion o. ä. Putzi hatte eine genetisch bedingte Nervenkrankheit, an der er eingegangen ist. Glück gehabt!

Sicher ist es traurig, weinen wenn man einen geliebten Pieper nicht begraben kann, aber man kann ja trotzdem ein kleines Steinchen als Erinnerung an ihn im Garten aufstellen. Bei mir jedenfalls ist das so, Putzi hat auch seinen "Grabstein" auch wenn er nicht drunter liegt. weinen
peti
Oh man Tina - gleich 2 in so kurzer Zeit. Was für ein Albtraum. Lass dich mal ganz dolle drücken.

Aber genau so habe ich auch gehandelt als meine Teqilla vo einem Jahr innerhalb kurzer Zeit sehr schlimm krank wurde.

Alles hörte sich genau so an, wie bei deinen 2 armen Würstchen. Daher habe ich sie auch obduzieren lassen - ich hatte so Angst um meine andern. Der Bericht kam dann mit fast dem gleichen Wortlaut.

Ich kann auch nur an Alle appelieren, sobald auch nur eine kleine Unklarheit über die Todesursdache herrscht. Gebt euch einen Ruck, so tief die Trauer auch ist - es beruhigt im Nachhinein, wenn man weiss dass der Rest des Bestandes nicht gefährdet ist.

Tina doppelknuddel doppelknuddel doppelknuddel
Vinc
Gut, dass es nur Tumore waren.
Rettet die Beiden zwar nicht, aber ich kann deine Angst so verstehen. doppelknuddel
Find ich super, dass du noch ein Thema erföffnet hast daumenhoch

Wenn es mit Pinky noch machbar gewesen wäre, hätte ich es ja auch sofort getan... Es erspart nicht nur den Vögeln viel Stress und ggf schwere Krankheiten, man selbst schläft auch wesentlich besser...
Die letzte Obduktion hatte ich übrigens bei einem anderen TA als der Taubenklinik gemacht, da hatte ich knapp 50 € ausgegeben plus ein paar Euro Versand und durfte den Vogel danach noch beerdigen.
Ob das überall machbar ist weiß ich nicht, aber die Piepsis werden nicht lieblos entsorgt oder sowas und man kann sich noch gut verabschieden daumenhoch
Tina
Ich hätte wenn ich danach gefragt hätte mit Sicherheit auch noch mal hinfahrenkönnen um ihn anschließend wieder abzuholen und zu beerdigen. Aber klare Gedanken hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich.
Ich behalte ihn in meinem Herzen denn sind wir doch mal ehrlich...besonders schön ist das auch nicht was da unter der Erde mit dem kleinen Körper passiert...

Ich habe dieses Thema bewußt eröffnet da es doch immer noch ein Tabuthema zu sein scheint worüber viel zu wenig nachzulesen gibt.