Tina
Als erstes ist es sehr wichtig täglich ein Ritual abzuspulen. Immer gleiche Tageszeiten, z.B. feste Futter- und Freiflugzeiten, wann und wie es wieder reingeht in die Voliere. Haben die Vögel das kapiert, ist doch schon viel geschafft. Alles geht entspannter zu. Man braucht sich keinen Stress mehr zu machen, kann viel ruhiger mit den Vögeln umgehen. Man wird niemals einen Vogel zu etwas zwingen können, ganz im Gegenteil.
Also arbeitet man mit positiver Verstärkung.
Was heißt das? Alles was der Vogel tut wird also entweder durch ein Leckerchen belohnt oder nicht beachtet bei unerwünschtem Verhalten.
Zu allererst benötigt man die Ausstattung:
Ein Clicker ähnelt dem Kinderspielzeug "Knackfrosch". Er erzeugt ein scharfes Knackgeräusch, welches im Alltag sonst kaum zu hören ist. Außerdem ist das Arbeiten damit sehr präzise. Man klickt genau in dem Moment, wo das gewünschte Verhalten gezeigt wird. Anders als bei gesprochenen Wörtern, erwischt man so auch wirklich die gewünschte Verhaltensweise und das Geräusch verändert sich nicht. Clicker gibt es in vielen Zooläden in der Hundeabteilung, oder auch bei Ebay.
Der Targetstick - kurz TS - ist ein dünnes Stäbchen, mit dem man die Vögel dirigiert. Die Vögel lernen, dass es eine Belohnung gibt, wenn man in den TS zwickt. Also folgen sie auch, wenn der Stab sich weg bewegt.
Für den Welli kann man handelsübliche Schaschlik-Holzspieße verwenden. (Entferne nur die Spitze.) Diese Stäbchen kann man billig nachkaufen, und sie machen den Vögeln kaum Angst. Essstäbchen kann man ebenfalls verwenden. Für die bessere Erkennbarkeit, kann man auch die Spitze mit Lebensmittelfarbe kennzeichnen, das ist aber nicht unbedingt nötig.
Vorbereitung
1. Eine Belohung finden
Haben Sie alles parat, heißt es DAS Lieblingsfutter zu finden. Das Clickertraining
basiert auf Belohnung. Wenn der Vogel nicht auf die Belohnung scharf ist, wird er sich auch nicht bemühen.
Probier in Ruhe aus, was Deine Vögel lieben. Das Futter sollte klein portionierbar sein. Denn ein Vogel wird nicht verstehen, dass er nur einmal vom Hirsekolben abbeißen darf. Die Folgen können panisches Fressen, Frust und Aggressionen sein.
Für Wellis könnte man zum Beispiel folgende Leckerbissen ausprobieren:
Hirsekolben, in handliche Stücke geschnitten
ungesüßte Cornflakes (Bioladen oder Supermarkt, salzfrei!)
gepufftes Getreide
2. Konditionierung
Hast Du also ein Lieblingsfutter Deiner Vögel gefunden, wird auf das Klickgeräusch konditioniert. Für das Training sollten die Tiere aktiv, aber auch entspannt sein. Das kann zum Beispiel nachmittags sein. Die Vögel dürfen nicht ausgehungert werden, und auch nicht unter Stress stehen.
Nehmen Deine Vögel bereits Futter aus der Hand? In dem Fall ist die Konditionierung sehr einfach. Klick einmal und gib ihm direkt im Anschluss das Futter. Wenn Du diese Abfolge ein paar Mal wiederholen, werden die Vögel schnell den Zusammenhang begreifen. Man merkt den Vögeln deutlich an, wenn sie nach dem Klick schon auf die Belohnung warten.
Deine Vögel haben Angst vor der Hand? (Schälchenmethode) Bei Tieren, die kein Futter aus den Fingern nehmen, nutzt man die "Schälchenmethode". Das heißt ganz einfach, dass man nach dem Klick das Leckerli in eine Schale/Napf legt. Die Vögel werden genau beobachten, was Sie tun. Warte ab, bis das Leckerli gefressen wurde. Wiederhole dann den Ablauf.
Du hast sowohl scheue, als auch zutrauliche Vögel? In dem Fall gibt es zwei Möglichkeiten.
Die Schälchenmethode eignet sich auch für zahme Tiere. So könntest Du alle Vögel gleichzeitig konditionieren.
Du kannst auch zuerst mit den zutraulichen Vögeln trainieren. Die anderen Schwarmmitglieder werden genau beobachten, was passiert. Vögel lernen schon beim zugucken sehr gut, der Einstieg ist dann auch mit schreckhaften Tieren leichter.
Die Konditionierung dauert nicht lange. Übe täglich ein paar Minuten. Eine genaue Zeitangabe ist unmöglich, und auch die Anzahl der Tage variiert. Es kommt immer auf die Vögel an, wie schnell diese mitmachen und lernen. Beobachte die Vögel genau, dann wirst Du erkennen, wann der richtige Zeitpunkt da ist, um einen Schritt weiter zu gehen.
3. Targetstick einführen
Um mit dem TS zu trainieren, müssen die Vögel 100%ig verstanden haben, dass ein Klick positiv ist, und darauf Belohnung folgt.
Halte das Stäbchen waagerecht, aber nicht quer zum Vogel. Das Tier soll in die Spitze zwicken. Viele Vögel wollen schon aus Interesse den Stab untersuchen. Klick, wenn die Spitze des TS mit dem Schnabel berührt wird. Bei zurückhaltenden Tieren belohne jeden Schritt in Richtung TS.
Nach jedem Klick muss die Belohnung folgen!
Lass den TS niemals von den Vögeln zerbeißen. Er soll nur Werkzeug sein, nicht zum Spielzeug werden.
Läuft ein Vogel erstmal bewusst zum TS, um eine Belohnung zu erhalten, kann man anfangen, die Tiere damit zu leiten. Bewege den TS ein paar cm weiter vom Vogel weg. Läuft das Tier zuverlässig zum TS, kann man diesen immer weiter bewegen, bevor der Klick und die Belohnung folgen.
Wenn Du soweit gekommen sind, bleibt es ganz Dir und vor allem Ihren Vögeln überlassen, was sie lernen wollen. Clickertraining
baut Vertrauen auf, ohne die Vögel unter Stress zusetzen. Es ist eine sehr sanfte Methode um seinen Lieblingen näher zu kommen.
Ein paar Möglichkeiten, listen wir Ihnen auf:
Nützliche Übungen für den Alltag:
Sehr scheue Tiere kann man mit dem TS auf den Arm (bzw. Hand) oder einen Stock locken. Gehen sie langsam vor und freue Dich über jeden cm, die die Tiere näher kommen ;-)
Man kann Vögel mittels Clickertraining
in die Voliere dirigieren. Entweder auf direktem Weg, oder sie werden zuvor auf den Arm gelockt.
Fliegen lernen bei gehandicapten Vögeln
In eine Transportbox gehen
Obst/Gemüse fressen
Handtuch umlegen
aus der Spritze trinken
in eine Schüssel mit Wasser locken
Es gibt Papageien, die gelernt haben in die Transportbox zu gehen, sich in ein Handtuch wickeln zu lassen (für die tierärztliche Untersuchung sehr sinnvoll) oder sogar die Krallen und Schnabel (bei Wachstumsstörungen kann dies regelmäßig nötig sein) friedlich kürzen zu lassen.
Nette Spielereien, je nach Interesse der Tiere:
Komm! - Auf Zuruf fliegt der Vogel auf den Arm
Kopfüber an den Fingern/vom Ast hängen
Flügel ausbreiten
Füßchen heben (High Five) oder auch Füßchen geben
Kleine Gegenstände tragen
Glocke heben und läuten
Aufplustern, Schütteln
Ich möchte hier zum Abschluss noch gerne ein Buch empfehlen:
Die Vogelschule
Autor: Ann Castro
Erschienen: Dezember 2005
ISBN: 3000174389
Also dann viel Erfolg beim ausprobieren und Geduld, Geduld, Geduld. - Es klappt!
Also arbeitet man mit positiver Verstärkung.
Was heißt das? Alles was der Vogel tut wird also entweder durch ein Leckerchen belohnt oder nicht beachtet bei unerwünschtem Verhalten.
Zu allererst benötigt man die Ausstattung:
Ein Clicker ähnelt dem Kinderspielzeug "Knackfrosch". Er erzeugt ein scharfes Knackgeräusch, welches im Alltag sonst kaum zu hören ist. Außerdem ist das Arbeiten damit sehr präzise. Man klickt genau in dem Moment, wo das gewünschte Verhalten gezeigt wird. Anders als bei gesprochenen Wörtern, erwischt man so auch wirklich die gewünschte Verhaltensweise und das Geräusch verändert sich nicht. Clicker gibt es in vielen Zooläden in der Hundeabteilung, oder auch bei Ebay.
Der Targetstick - kurz TS - ist ein dünnes Stäbchen, mit dem man die Vögel dirigiert. Die Vögel lernen, dass es eine Belohnung gibt, wenn man in den TS zwickt. Also folgen sie auch, wenn der Stab sich weg bewegt.
Für den Welli kann man handelsübliche Schaschlik-Holzspieße verwenden. (Entferne nur die Spitze.) Diese Stäbchen kann man billig nachkaufen, und sie machen den Vögeln kaum Angst. Essstäbchen kann man ebenfalls verwenden. Für die bessere Erkennbarkeit, kann man auch die Spitze mit Lebensmittelfarbe kennzeichnen, das ist aber nicht unbedingt nötig.
Vorbereitung
1. Eine Belohung finden
Haben Sie alles parat, heißt es DAS Lieblingsfutter zu finden. Das Clickertraining
basiert auf Belohnung. Wenn der Vogel nicht auf die Belohnung scharf ist, wird er sich auch nicht bemühen.Probier in Ruhe aus, was Deine Vögel lieben. Das Futter sollte klein portionierbar sein. Denn ein Vogel wird nicht verstehen, dass er nur einmal vom Hirsekolben abbeißen darf. Die Folgen können panisches Fressen, Frust und Aggressionen sein.
Für Wellis könnte man zum Beispiel folgende Leckerbissen ausprobieren:
Hirsekolben, in handliche Stücke geschnitten
ungesüßte Cornflakes (Bioladen oder Supermarkt, salzfrei!)
gepufftes Getreide
2. Konditionierung
Hast Du also ein Lieblingsfutter Deiner Vögel gefunden, wird auf das Klickgeräusch konditioniert. Für das Training sollten die Tiere aktiv, aber auch entspannt sein. Das kann zum Beispiel nachmittags sein. Die Vögel dürfen nicht ausgehungert werden, und auch nicht unter Stress stehen.
Nehmen Deine Vögel bereits Futter aus der Hand? In dem Fall ist die Konditionierung sehr einfach. Klick einmal und gib ihm direkt im Anschluss das Futter. Wenn Du diese Abfolge ein paar Mal wiederholen, werden die Vögel schnell den Zusammenhang begreifen. Man merkt den Vögeln deutlich an, wenn sie nach dem Klick schon auf die Belohnung warten.
Deine Vögel haben Angst vor der Hand? (Schälchenmethode) Bei Tieren, die kein Futter aus den Fingern nehmen, nutzt man die "Schälchenmethode". Das heißt ganz einfach, dass man nach dem Klick das Leckerli in eine Schale/Napf legt. Die Vögel werden genau beobachten, was Sie tun. Warte ab, bis das Leckerli gefressen wurde. Wiederhole dann den Ablauf.
Du hast sowohl scheue, als auch zutrauliche Vögel? In dem Fall gibt es zwei Möglichkeiten.
Die Schälchenmethode eignet sich auch für zahme Tiere. So könntest Du alle Vögel gleichzeitig konditionieren.
Du kannst auch zuerst mit den zutraulichen Vögeln trainieren. Die anderen Schwarmmitglieder werden genau beobachten, was passiert. Vögel lernen schon beim zugucken sehr gut, der Einstieg ist dann auch mit schreckhaften Tieren leichter.
Die Konditionierung dauert nicht lange. Übe täglich ein paar Minuten. Eine genaue Zeitangabe ist unmöglich, und auch die Anzahl der Tage variiert. Es kommt immer auf die Vögel an, wie schnell diese mitmachen und lernen. Beobachte die Vögel genau, dann wirst Du erkennen, wann der richtige Zeitpunkt da ist, um einen Schritt weiter zu gehen.
3. Targetstick einführen
Um mit dem TS zu trainieren, müssen die Vögel 100%ig verstanden haben, dass ein Klick positiv ist, und darauf Belohnung folgt.
Halte das Stäbchen waagerecht, aber nicht quer zum Vogel. Das Tier soll in die Spitze zwicken. Viele Vögel wollen schon aus Interesse den Stab untersuchen. Klick, wenn die Spitze des TS mit dem Schnabel berührt wird. Bei zurückhaltenden Tieren belohne jeden Schritt in Richtung TS.
Nach jedem Klick muss die Belohnung folgen!
Lass den TS niemals von den Vögeln zerbeißen. Er soll nur Werkzeug sein, nicht zum Spielzeug werden.
Läuft ein Vogel erstmal bewusst zum TS, um eine Belohnung zu erhalten, kann man anfangen, die Tiere damit zu leiten. Bewege den TS ein paar cm weiter vom Vogel weg. Läuft das Tier zuverlässig zum TS, kann man diesen immer weiter bewegen, bevor der Klick und die Belohnung folgen.
Wenn Du soweit gekommen sind, bleibt es ganz Dir und vor allem Ihren Vögeln überlassen, was sie lernen wollen. Clickertraining
baut Vertrauen auf, ohne die Vögel unter Stress zusetzen. Es ist eine sehr sanfte Methode um seinen Lieblingen näher zu kommen.Ein paar Möglichkeiten, listen wir Ihnen auf:
Nützliche Übungen für den Alltag:
Sehr scheue Tiere kann man mit dem TS auf den Arm (bzw. Hand) oder einen Stock locken. Gehen sie langsam vor und freue Dich über jeden cm, die die Tiere näher kommen ;-)
Man kann Vögel mittels Clickertraining
in die Voliere dirigieren. Entweder auf direktem Weg, oder sie werden zuvor auf den Arm gelockt. Fliegen lernen bei gehandicapten Vögeln
In eine Transportbox gehen
Obst/Gemüse fressen
Handtuch umlegen
aus der Spritze trinken
in eine Schüssel mit Wasser locken
Es gibt Papageien, die gelernt haben in die Transportbox zu gehen, sich in ein Handtuch wickeln zu lassen (für die tierärztliche Untersuchung sehr sinnvoll) oder sogar die Krallen und Schnabel (bei Wachstumsstörungen kann dies regelmäßig nötig sein) friedlich kürzen zu lassen.
Nette Spielereien, je nach Interesse der Tiere:
Komm! - Auf Zuruf fliegt der Vogel auf den Arm
Kopfüber an den Fingern/vom Ast hängen
Flügel ausbreiten
Füßchen heben (High Five) oder auch Füßchen geben
Kleine Gegenstände tragen
Glocke heben und läuten
Aufplustern, Schütteln
Ich möchte hier zum Abschluss noch gerne ein Buch empfehlen:
Die Vogelschule
Autor: Ann Castro
Erschienen: Dezember 2005
ISBN: 3000174389
Also dann viel Erfolg beim ausprobieren und Geduld, Geduld, Geduld. - Es klappt!
. Dann kloppen sie sich wieder und das Training ist meist zu ende.
, einer beißt
) hinbekomme....