Erfahrungsbericht Mycoplasmen

Fantasygirl
Hallo ihr Lieben.

Da ich gebeten wurde, hier mal etwas über Peppers Krankheit zu schreiben, will ich das gerne tun.

Bei ihm wurden Mykoplasmen festgestellt. Das sind (mehr oder weniger) Bakterien, die aber sehr sehr klein sind und die keine Zellwand haben. Das sagt Tante Wicki dazu. Bei Vögeln lösen sie Atemwegserkrankungen aus.

Es fing Anfang Mai an: Pepper bekam auf einmal richtige Niesattacken, meist abends oder in Ruhephasen, in denen er an die dreißig-vierzig mal hintereinander genießt hat. Der erster Arzt (eigentlich schon vogelkundig, aber naja...) meinte es wäre ein Schnupfen, es gab Baytril über das Wasser. Da das nicht wirklich etwas gebracht hat (Pepper hat einfach nichts mehr getrunken), auf zum nächsten Arzt.

Dieser hat einen Kropfabstrich gemacht, der leicht blutig war.
Pepper hat erst einmal Baytril und Metacan bekommen, bis die Ergebnisse des Abstriches vorlagen. Diese waren allerdings negativ: Nichts. Obwohl da aber etwas sein musste. Das Baytril schlug aber dennoch an, deshalb war ich ersteinmal froh.

Ein paar Wochen nach dem Baytril find Pepper aber wieder an. Mittlerweile nießte er nicht mehr ganz so schlimm, hörte sich aber teilweise richtig verschleimt an, schnappte AB und zu nach Luft und wippte dabei mit dem Schwanz. Dies zwar immer nur sehr vereinzelt, alle paar Tage einmal kurz, aber es hat mir dennoch einen kleinen Schock eingejagt. Ich also wieder zum Tierarzt (das war leider der Tag, als Chili entflog :heul: ) und dieser hat einen Abstrich auf Mycoplasmen machen lassen. Diese können wohl nur in einem Labor in Berlin erkannt werden, da sie einfach noch nicht wirklich weit untersucht sind. Der Abstrich war positiv.

Tja, und nun? Das wusste mein Tierarzt auch nicht so ganz genau. Da die Dinger wie gesagt nicht wirklich erforscht sind, gibt es auch nicht DIE Behandlung. Bei Hühnern zum Beispiel sind Mycoplasmen wohl schon länger ein Thema, sie lösen eine Atemwegserkrankung aus, die sich CRD, chronic respiratory disease nennt. Hühner werden allerdings meist geschlachtet, was ja bei Pepper absolut nicht in Betracht kommt, solange er ansonsten fit ist. Der Tierarzt meinte, dass es ihm ansonsten gut gehe (das merke ich ja auch, solange er nicht diese Anfälle hat, geht es ihm wirklich wunderbar). Mittlerweile gibt es da wohl auch schon eine Impfung bei Hühnern, wie ich das im Internet gelesen habe, aber bei Ziervögeln ist das ganze "ein weißer Fleck auf der Landkarte". Sehr wahrscheinlich handelt es sich sogar um eine andere Mycoplasmenart als bei Nutzgeflügel und niemand weiß wirklich etwas darüber.

Pepper bekam vier Wochen lang täglich Baytril. Das Ganze ging bis Mitte Juli. Seitdem geht es ihm besser. Ich habe zumindest keine Nies- oder Nach-Luftschnapp-Attacke mehr erlebt. Ich habe das Gefühl, dass er mehr niest, als es für einen Welli normal ist, aber es kann auch sein, dass ich mir das einbilde. Ich weiß es nicht. Nach allem, was ich gelesen habe, glaube ich aber nicht, dass alles zu Ende ist und dass wir die Mycoplasmen los sind. Aber vielleicht ist es ja doch tatsächlich so?!Schön wäre es!

Auch der TA bestätigte, dass es Pepper besser ging. Der Kleine ist nicht mehr verschleimt in Nase und Kropf, die Atmung ist in Ordnung und auch der Kropfabstrich war erstmal nicht auffällig (den hat der Doc gemacht, um zum Beispiel Hefen usw. auszuschließen, die ja während der AB-Behandlung freies Feld gehabt hätten).

Das muss nicht heißen, dass Pepper für immer mycoplasmenfrei ist. Rein theoretisch kann es sein, dass die Dinger noch irgendwo in ihm sind und vielleicht nie mehr ausbrechen, vielleicht doch. Erstmal soll sich der Kleine vom dem Arzt-Stress erholen und falls es wieder kommt, dann müssen wir schauen. Ein erneuter Test auf Mycoplasmen wäre nicht aussagereich, meint der Doc: Entweder kommt das selbe raus wie zuvor und wie sind genauso schlau oder der ist dann negativ. Allerdings kann dieser auch falsch negativ sein, dadurch dass mein Pepper in letzter Zeit ja so viel AB bekommen hat.

Woher Pepper es hat:
Das kann man nur spekulieren. Ich war mit meiner Mutti eine Woche, bevor es ausbrach, im Plantaria-Park. Rein theoretisch kann es daher kommen. Möglich ist aber auch, dass er es bereits aus dem Nest hat.
Aus diesem Grund ist dann auch Honey bei mir eingezogen. Sie ist vom selben Züchter, von dem auch Pepper stammt und falls es daher kommt, kann es sein, dass sie auch mit den Dingern in Kontakt gekommen ist. Das war mir lieber, als einen gesunden Vogel ins Haus zu holen, auf die Gefahr hin, dass dieser sich vielleicht ansteckt. Bisher geht es der Kleinen aber wunderbar. Wie gesagt, stellenweise habe ich das Gefühl, dass Pepper mehr niest als normal, aber die Kleine hat damit *klopf auf Holz* noch nicht angefangen. Für mich und meine Vögel heiß es derzeit einfach nur: Abwarten!


Eine Bekannte von mir aus einem anderen Forum hat das selbe Problem: Ihr Charly hat Mycoplasmen. Die 4 Wochen Baytril schlugen zunächst an, dann kehrten die Symptpome wieder zurück. Daraufhin bekam der Vogel einige Wochen Doxicilyn-Spritzen, die aber auch nicht viel gebracht haben. Derzeit bekommt der Welli wieder Baytril, weil es ja zumindest geholfen hat, wenn es anscheinend die Mycoplasmen auch nicht ganz besiegt hat.

Ansonsten kenne ich noch einen Katharinasittich, der das Problem ebenfalls hat. Der Kleine hatte es richtig schlimm. Er hat zwar nicht diese ewig langen Niesattacken bekommen, aber irgendwann hatte er immer Atemgeräusche, pemanent bei jedem Atemzug. Die Halterin dachte schon, dass sie ihn einschläfern muss. Noch ist es aber noch nicht soweit: Merlin inhaltiert derzeit mit einem Kortison-Präperat und es geht ihm bedeutend besser.
Fantasygirl
Ich dachte, ich schreib mal wieder etwas zum Thema Mycoplasmen, da das Thema ja schon recht alt ist.

Pepper geht es weiterhin gut. *dreimal auf Holz geklopft*
Er macht gemeinsam mit seiner Freundin das neue Heim unsicher und beide freuen sich auf die beiden Piepser, die demnächst bei uns einziehen werden.

In der Regel merkt man Pepper nichts von seinen Mycoplasmen an.
Nur in der Mauser niest er vermehrt oder wackelt auch schon einmal ein wenig mehr mit seinem Schwanz beim Atmen. Da merkt man dann, dass irgendwie etwas nicht ganz so ist, wie es sein sollte. Da es für mich persönlich aber nicht wieder besorgniserregenden Dimensionen angenommen hat, habe ich bisher auch nichts mehr unternommen. Kaum ist die Mauser vorbei, hört das Niesen auch schon wieder auf und man merkt dem Kleenen rein gar nichts mehr an. Somit hat Pepper nun schon seit über einem halben Jahr keinen Tierarzt mehr gesehen und ich hoffe für ihn, dass es auch noch lange so bleibt.

Um sein Immunsystem zu stärken, achte ich auf gesunde Kost. Obst zund Gemüse gibt es regelmäßig, hin und wieder auf Keimfutter. Zusätzlich gibt es AB und zu mal ein paar Extra-Vitamine in Form von Prime. Ich sehe es ja bei der Mauser: Sobal das Immunsystem grad nicht so ganz auf dem Damm ist, machen sich die Mycoplasmen wieder ein wenig bemerkbar. Aber bisher scheint meine Vitamintherapie ganz gut aufzugehen. ;)

Mittlerweile habe ich übrigens die Theorie aufgestellt, dass Mycoplasmen nicht oder nicht hochgradig ansteckend sind. Honey hat bis heute keinerlei Symthome gezeigt. Auch die anderen beiden Mycoplasmen-Vögel, über die ich berichtet hatte, waren die einzigen aus einem ganzen Schwarm, die Probleme hatten. Die anderen stecken sich also nicht an oder wenn doch, tragen die Mycos latent in sich. Wobei ich es persönlich ein gutes Zeichen finde, dass noch keiner dieser anderen Vögel meines Wissens nach irgendwelche Symthome gezeigt hat.

Laut meinem Wissenstand geht es Charly derzeit auch ganz gut.
Merlin hingegen, der Katharinasittich, hat die Mycoplasmen leider nicht überlebt und musste noch im Sommer letzten Jahres eingeschläfert werden, da er ansonsten erstickt wäre. Flieg gut, kleiner Merlin!
Calidris
hallo fantasygirl.ich freu mich,dass es deinem vogel nun besser geht.bin gerade dabei abgeschl.krankenberichte zu verfassen und möchte mal vorgreifen.ich habe 3 meiner wellis durch baytril verloren und einer bekam unbrauchbare füßchen.natürlich möchte ich nicht behaupten,dass sie ohne baytril überlebt hätten,doch es gibt inzwischen alternativen.liebe grüsse hallo2